Neuordnung des IT-Weiterbildungssystems – Orientierung in einer neuen Struktur
Seit dem 1. November 2024 gilt in Deutschland ein grundlegend neu aufgestelltes IT‑Weiterbildungssystem.
Damit wurden die bisherigen IT‑Fortbildungsregelungen aus den frühen 2000er‑Jahren abgelöst und an die heutigen Anforderungen der IT‑Praxis angepasst. Ziel der Reform ist es, klare, transparente und anschlussfähige Karrierewege für IT‑Fachkräfte zu schaffen – praxisnah, bundesweit einheitlich und rechtssicher.
Für Interessierte, Unternehmen und Bildungsträger wirft diese Neuordnung zunächst Fragen auf: Was regelt die neue Verordnung genau? Was hat sich gegenüber dem bisherigen System geändert? Und wie ordnen sich konkrete Weiterbildungsangebote – wie die der IHK‑Akademie Koblenz – in dieses neue System ein? Dieser Beitrag gibt darauf eine strukturierte Antwort.
Die neue Verordnung: rechtlicher Rahmen des IT‑Weiterbildungssystems
Die Neuordnung des IT‑Weiterbildungssystems basiert auf zwei zentralen bundesrechtlichen Verordnungen, die im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurden und seit dem 1. November 2024 in Kraft sind:
- Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Fortbildungsabschluss mit der Bezeichnung „Bachelor Professional in IT“ (BGBl. I Nr. 295)
- Verordnung zur Neuordnung der Fortbildungsprüfungen der Geprüften Berufsspezialisten und Berufsspezialistinnen im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik (BGBl. I Nr. 296)
Mit diesen Verordnungen wird das sogenannte IT‑Weiterbildungssystem (IT‑WBS) erstmals vollständig neu strukturiert. Die Abschlüsse sind öffentlich‑rechtlich geregelt, werden von den Industrie‑ und Handelskammern geprüft und sind bundesweit einheitlich anerkannt.
Begleitet wurde die Neuordnung fachlich durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), das auch weiterhin als zentrale Informations- und Evaluationsstelle fungiert.
Was ändert sich konkret? Vom alten zum neuen System
Abschied vom alten Drei‑Stufen‑Modell
Das bisherige IT‑Weiterbildungssystem kannte drei aufeinander aufbauende Karrierestufen:
- IT‑Spezialist*innen
- Operative Professionals
- Strategische Professionals
Diese Struktur hat sich in der Praxis nur eingeschränkt bewährt. Insbesondere die mittlere und obere Stufe waren für viele Teilnehmende und Unternehmen schwer einzuordnen und am Arbeitsmarkt nicht immer klar verständlich.
Das neue, übersichtliche Zwei‑Stufen‑Modell
Mit der Neuordnung wurde dieses System durch ein klar strukturiertes, zweistufiges Modell ersetzt:
- Geprüfter Berufsspezialistin (erste Fortbildungsstufe)
- Bachelor Professional in IT (zweite Fortbildungsstufe)
Eine dritte Fortbildungsstufe („Master Professional“) ist perspektivisch vorgesehen, jedoch aktuell noch nicht eingeführt. Ihre Ausgestaltung wird im Rahmen einer begleitenden Evaluation geprüft.
Zentrales Merkmal des neuen Systems ist die Durchlässigkeit: Der Einstieg in den Bachelor Professional ist auch ohne vorherigen Berufsspezialistenabschluss möglich. Umgekehrt können absolvierte Berufsspezialistenprofile auf den Bachelor Professional angerechnet werden.
Der aktuelle Stand: Inhalte, Profile und Prüfungslogik
Stufe 1: Geprüfte Berufsspezialistinnen und Berufsspezialisten
Die erste Fortbildungsstufe dient der fachlichen Vertiefung und Spezialisierung nach einer IT‑Berufsausbildung oder einschlägiger Berufspraxis. Bundesweit sind fünf Profile definiert:
- Softwareentwicklung
- Systemintegration und Vernetzung
- IT‑Beratung
- Datenanalyse
- Informationssicherheit
Die Prüfungen sind handlungsorientiert aufgebaut und verbinden fachliche Inhalte mit übergreifenden Kompetenzen, etwa in den Bereichen Projektkoordination, IT‑Sicherheit, Compliance und Risikomanagement.
Stufe 2: Bachelor Professional in IT
Der Bachelor Professional in IT bildet das Kernstück des neuen IT‑Weiterbildungssystems. Er qualifiziert für anspruchsvolle Fach‑ und Führungsaufgaben und kombiniert:
- eine fachliche Spezialisierung (z. B. IT‑Beratung),
- IT‑spezifische Handlungsfelder,
- Mitarbeitendenführung und Personalmanagement,
- sowie ein prüfungsrelevantes IT‑Projekt aus der betrieblichen Praxis.
Die Inhalte sind ausdrücklich praxisnah konzipiert: Schriftliche Situationsaufgaben und projektorientierte Prüfungsformate stehen im Mittelpunkt.
Unsere Weiterbildungsangebote im Kontext der neuen Verordnung
Die IHK‑Akademie Koblenz hat ihr IT‑Weiterbildungsangebot frühzeitig an die neue Rechtslage angepasst. Die folgenden Lehrgänge sind direkt entlang der neuen Verordnungen konzipiert und bereiten gezielt auf die entsprechenden IHK‑Prüfungen vor.
Geprüfter Berufsspezialistin für IT‑Beratung
Der Lehrgang „Geprüfter Berufsspezialistin für IT‑Beratung“ bildet eines der fünf offiziell definierten Profile der ersten Fortbildungsstufe ab.
Im Fokus stehen unter anderem:
- Analyse von Kundenanforderungen
- Konzeption und Begleitung individueller IT‑Lösungen
- Beratung zu IT‑Strategien, IT‑Prozessen und IT‑Sicherheit
- Projektkoordination und Kommunikation mit Fachabteilungen
Damit greift der Lehrgang exakt die Kompetenzen auf, die die neue Berufsspezialisten‑Verordnung für das Profil IT‑Beratung vorsieht.
Weitere Infos zum Lehrgang finden Sie hier.
Geprüfter Berufsspezialistin für Informationssicherheit
Informationssicherheit ist erstmals als eigenständiges Berufsspezialistenprofil geregelt – ein deutliches Signal für ihre wachsende Bedeutung.
Der entsprechende Lehrgang der IHK‑Akademie Koblenz vermittelt unter anderem:
- Bewertung von IT‑Risiken und Schutzbedarfen
- Umsetzung von Sicherheitskonzepten
- Berücksichtigung rechtlicher und organisatorischer Rahmenbedingungen
- Unterstützung von Unternehmen beim sicheren Betrieb von IT‑Systemen
Auch hier orientieren sich Inhalte, Struktur und Abschluss direkt an der neuen bundesweiten Prüfungsverordnung.
Weitere Infos zum Lehrgang finden Sie hier.
Bachelor Professional in IT – Fachliche Spezialisierung IT‑Beratung
Aufbauend oder auch unabhängig von einem Berufsspezialistenabschluss ermöglicht der Lehrgang „Bachelor Professional in IT – Fachliche Spezialisierung IT‑Beratung“ den nächsten Karriereschritt.
Die vermittelten Inhalte spiegeln die Struktur der neuen Bachelor‑Professional‑Verordnung wider und umfassen:
- vertiefte IT‑Beratungs‑ und Architekturkompetenzen
- Management von IT‑Projekten und IT‑Prozessen
- Mitarbeitendenführung und Personalplanung
- Planung, Durchführung und Dokumentation eines eigenen IT‑Projekts
Der Lehrgang verbindet damit fachliche Tiefe mit Management‑ und Führungskompetenz – genau so, wie es das neue IT‑Weiterbildungssystem vorsieht.
Weitere Infos zum Lehrgang finden Sie hier.
Fazit: Klare Wege, neue Chancen
Mit der Neuordnung des IT‑Weiterbildungssystems ist ein modernes, transparentes und praxisnahes Qualifizierungsmodell entstanden. Abschlüsse sind klar benannt, bundesweit einheitlich geregelt und eng an den realen Anforderungen der IT‑Praxis ausgerichtet.
Die IT‑Lehrgänge der IHK‑Akademie Koblenz fügen sich nahtlos in diese neue Struktur ein und bieten Orientierung, Qualität und Prüfungssicherheit – vom fachlichen Einstieg als Berufsspezialist*in bis zum Bachelor Professional in IT als nächstem Karriereschritt.


